Spiritueller Impuls für den Januar: Ins Neue wachsen - der Verheißung trauen

In diesem Jahr veröffentlichen wir unsere beliebten spirituellen Impulse einmal im Monat und in der Fasten - und Osterzeit einmal wöchentlich - immer am Mittwoch. Nehmen Sie sich die Zeit, den Impuls wirken zu lassen und in das Thema einzutauchen.

Unser Januarimpuls kommt von Irene Schneider vom Team Spiritualität:

Wir stehen am Anfang des Neuen Jahres und dieses Neue Jahr liegt vor einem –

für mich immer wie eine weite Landschaft, winterlich, kahl, noch offen für Bepflanzung, für Saat, für neues Wachstum im Lauf der Jahreszeiten.

Offen für Neues, das wachsen will und das wachsen wird in diesem kommenden Jahr.

 

Ins Neue wachsen – darum geht es immer wieder in unserem Leben. Durch Wachstum sind wir das, was wir heute sind. Und dieses Wachsen ereignete sich geplant oder zufällig, gewollt oder ungewollt – wie manche Schwangerschaft. Wachsen, sich entfalten ist ein grundlegendes Bedürfnis von uns Menschen, eine menschliche Eigenschaft. Wir befinden uns zeitlebens körperlich, emotional, geistig, spirituell und im Miteinander in einem Wachstumsprozess. Leben ist Wachsen und Reifen. Und dazu gehören das Auf und Ab, das Werden und Vergehen, die Wachstumspause und der Wachstumsschub, der Frühling, der Sommer, der Herbst und der Winter,  die Jahreszeiten, die auch in 2019 wieder vor uns liegen. Das Wachsen umfasst viele Aspekte: manchmal ist es leicht, dann wider anstrengend, es geschieht im Allein-Sein und in der Stille, oder in der Begegnung und im Miteinander, es ist ein Zusammenspiel von Geschehen lassen und aktiv sein, von Säen und wachsen lassen.

Letztendlich geht es um ein Vertrauen in sich und die inneren Kräfte sowie um ein Vertrauen in das Leben, in die Dynamik des Lebens, in das Geheimnis des Lebens, in Gott.

Das Wachstum hat eigene Gesetze, nach denen es abläuft; man kann günstige Bedingungen schaffen, doch man kann das Wachsen nicht machen. Es geschieht von selbst, selbstwollend; „automatisch“ heißt es im griechischen Urtext des Gleichnisses von der selbstwachsenden Saat:

Jesus sagte: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät;

dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst und der Mann weiß nicht, wie.

Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. (Mk 4,26-28)

 

Fragen zur Einzelbesinnung (mit Stille dazwischen)

  • Mit welchen Gefühlen (Hoffnungen und Befürchtungen) schaue ich jetzt in dieses neue Jahr?
  • Welches neue Wachstum (persönlich, beruflich, spirituell, in Beziehungen …) wünsche ich mir?
  • Für was brauche ich Vertrauen in das „automatische“ Geschehen, in das Wachsen von selbst, in die Führung durch Gott?

„Denkt nicht mehr an das, was früher war;

auf das, was vergangen ist, sollt ihr nicht achten.

Seht her, ich will Neues schaffen,

jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht?“

 

Mit diesen Worten aus dem Buch des Propheten Jesaja spricht Gott den Menschen Mut zu. (Jes 43, 18-19a) Gott lässt das Neue wachsen! Wir dürfen säen und vertrauen, dass die Erde von selbst, automatisch wachsen lässt, ohne dass wir wissen wie.

Wollen wir dieser Verheißung Gottes für unser Leben trauen und Gott um seinen Segen für das Neue Jahr bitten:

Segensgebet:

Gesegnet sei dein Aufbruch,

damit du Altes loslassen kannst

und zuversichtlich neue Schritte wagst,

 

Gesegnet sei deine Geduld,

damit unscheinbar in der Tiefe

Wachstum geschehen kann.

 

Gesegnet sei deine Sehnsucht,

damit du dich ausstreckst nach dem,

was dein Leben erfüllt.

 

Gesegnet sei deine Lebenskraft,

die sich in deinem Wachsen und Reifen entfaltet

und dir Sinn und Richtung verleiht.

 

Gesegnet sei deine Hoffnung,

damit erstarrte Beziehungen aufblühen

zu einem vertrauensvollen und solidarischen Miteinander.

 

Gesegnet sei dein Dasein

im Genießen der Jahreszeiten,

es nährt dein Vertrauen ins Leben.

 

Gesegnet sei dein Weg

dem Licht entgegen

jeden Tag neu.

                                                (nach Pierre Stutz)

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