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6. Fastenimpuls für Mittwoch, den 21.2.2018

In Liebe zum Leben, damit Erlösung Wirklichkeit wird.

Wir hören dazu heute ein Wort aus dem 2. Brief aus dem Markus-Evangelium:
An einem Sabbat ging er durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Jesus antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten.Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.
Markus 2, 23-24.27-28

Gedanken:
Was dient dem Wohl des Menschen und was nicht? Was tut dem Menschen gut und was nicht?
Darum geht es in diesem Gespräch zwischen Jesus und den Pharisäern.
Wenn man Hunger hat, isst man. Das ist selbstverständlich für uns. Bereits im alten Testament war geregelt, dass man von einem fremden Feld mit der Hand Ähren abreißen darf, um sie zu essen, wenn man unterwegs Hunger hat. Weil das für die Pharisäer aber als Arbeit galt, sollte dies nicht am Sabbat möglich sein.
Wenn man geschafft hat, macht man eine Arbeitspause und ruht sich aus. Auch das tut dem Menschen gut, eine Selbstverständlichkeit zu allen Zeiten. Selbst von Gott wird dies in der Schöpfungsgeschichte berichtet. Nach 6 Tagen Arbeit ruhte er sich am siebten Tag aus. Der 7. Tag der Woche ist zur Erholung da, zur Unterbrechung des Arbeitens. Unterbrechung der Arbeit und Zeit zum Ruhen oder Innehalten – wie wir auch sagen könnten – ist für das Wohlbefinden des Menschen wichtig.
Dabei geht es nicht nur um den Sonntag, sondern auch um Zeiten der Unterbrechung und des Innehaltens an unseren Arbeitstagen, während unserer Arbeit. So wir auch jetzt innehalten.

Was in der Zeit der Unterbrechung, der Pause und der Ruhe getan oder unterlassen wird, soll dem Menschen gut tun. Das ist das Kriterium.
Von Dietrich Bonhoeffer stammt der Satz: „Die Zehn Gebote enthalten kein Gebot zu arbeiten, aber ein Gebot, von der Arbeit zu ruhen. Das ist die Umkehrung von dem, was wir zu denken gewohnt sind.“
Und die Theologin Dorothee Sölle hat ein Gedicht geschrieben, ein Abschnitt daraus lautet: „Du sollst dich unterbrechen. Zwischen Arbeit und Konsum soll Stille sein und Freude. Zwischen Aufräumen und Vorbereiten sollst du es in dir singen hören, Gottes altes Lied von den sechs Tagen und dem einen, der anders ist.“

Halten wir auch jetzt kurz inne und fragen uns (mit Stille dazwischen):

  • Gestalte ich den Sonntag als einen Tag der Ruhe oder als Tag der mir gut tut – wenn ich nicht Dienst tue zum Wohl der Menschen in einer der Einrichtungen unserer Kongregation?
  • Erlauben wir uns auf der Arbeit und im Team Pausen zum Innehalten, zum Atem holen, zum Lachen und zur Geselligkeit?
  • „Gott achtet mich, wenn ich arbeite, doch er liebt mich, wenn ich singe,“ lautet eine alte Weisheit.
    Wie sehr erhoffe ich mir Anerkennung durch Arbeit und Leistung?
    Wie sehr spielen Zeiten der Muse und Zeit für zweckfreies Tun wie Singen, Tanzen, Bewegung, Kultur …. eine Rolle in meinem Leben und Glauben?

Gott, wie ein Vogel auf dem Baum möchte ich singen nach so viel Mühe
Wie ein Fisch im Meer möchte ich schwimmen nach so viel Enge
Wie die Wolken am Himmel möchte ich ziehen nach so viel Angebundensein
Wie die Eidechse an der Sonne möchte ich liegen nach so viel Hast
Gott, du willst, dass wir das Leben spüren. So lass uns Vogel sein und Fisch, Wolke und Eidechse und aufleben an den Tagen und in den Zeiten der Unterbrechung und Erholung.
(Anton Rotzetter OFMcap)

Dazu segne und begleite uns du, Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

Irene Schneider, Mutterhaus